ABBA

Die Helden meiner Jugend, Teil 1: Die schwedische Popgruppe ABBA begleitete mich durch die Übergangszeit vom Kind zum Jugendlichen, und es kann unmöglich ein Zufall sein, dass dieses Quartett die Lieblingsband meiner Frau ist…

Björn Ulvaeus war gewissermaßen mein erster Englischlehrer. Gerade in der Rückschau wird deutlich, dass seine Texte nicht einfach nur Variationen der selben alten Leier waren. Vielmehr arbeitete er das Thema Liebe in all seiner Vielschichtigkeit ab: jugendliche Schwärmerei und erwachsene Liebe, Höhen und Tiefen, Paarfindung und Trennung. Und als die eigenen Ehen in die Brüche gingen, schrieben Björn und Benny die definitiv besten Songs ihrer ganzen Karriere.

Benny Andersson zählt mit Recht zu den produktivsten Komponisten der 1970er Jahre. Er beherrschte alle Stilrichtungen und Tempi, und je einfacher die Struktur eines Stücks war, desto komplexer waren die Arrangements. Zu einer Zeit, als die meisten Rockmusiker den Synthesizer noch mit Verachtung straften, entwickelte Benny auf diesem Instrument Klänge, von denen einige zu Standards wurden, andere jedoch so einzigartig waren, dass niemand sich traute, sie für eigene Zwecke nachzubauen.

Zu den Stimmen von Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen – jeder Laie erkennt, dass diese beiden Frauen definitiv singen konnten. Und da sie im Studio auch die Backing Vocals übernahmen, entstand ein einzigartiger Klangkörper, der bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Während so manche Beatles Tribute Band besser als das Original klingt, wird der ABBA-Sound gerade wegen der Stimmen für immer unnachahmlich bleiben.

Es verwundert nicht, dass das Musical Mamma Mia! Menschen aller Altersgruppen in seinen Bann zieht. Die Musik von ABBA ist zeitlos und von hoher Qualität. Und letztendlich war es eine kluge Entscheidung, die Band auf dem Höhepunkt ihrer Karriere pausieren zu lassen: Nur so hatten die Musical-Projekte der Männer und die Solokarrieren der Frauen überhaupt eine Chance