Heute hätt’ ich fast einen Smombie überfahren

Heute hätt’ ich fast einen Smombie überfahren,
Dreißig-K-M-H-Zonen sind voller Gefahren.
Hundert Meter weiter
war er nicht viel gescheiter,
und jetzt ist er – nein,
niemand stirbt mehr als einmal…

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Arm und Reich

Manch einer glaubt, er sei ganz arm,
obwohl er’s hat im Winter warm,
trotz Smartphone, Tablet und PC,
trotz Pay-TV und Pkw.

Ein and’rer ist tatsächlich arm,
verzehrt sich jedoch nicht vor Gram.
Sein Luxus ist: kein Stress, viel Zeit,
Freundschaft, Liebe, Heiterkeit.

Manch einer wäre gerne reich,
benimmt sich deshalb wie ein Scheich.
Statt Freunden hat er nur noch Feinde,
sein Grabkreuz zahlt dann die Gemeinde.

Ein and’rer ist tatsächlich reich,
trinkt Sekt und isst der Störe Laich.
Geschmacklich fehlt hier zwar das Feuer,
doch Hauptsache, das Zeug ist teuer.

Und die Moral von der Geschicht’:
So richtig sagen kann man’s nicht.
Denn wer ist arm und wer ist reich,
das definiert nur der Vergleich.

Die Kneipe

Die Kneipe – Mittelpunkt der Welt.
Um hier zu leben, braucht man schon viel Geld.

Doch das ist nicht das Hauptproblem –
viel schlimmer ist das Denksystem.

Denn was man hier nicht kennt,
das zählt auch nicht als Argument.

Oder sagen wir’s ganz schlicht:
Es existiert ganz einfach nicht.

Nun werdet ihr mir sagen,
ich soll nicht so verzagen.

Denn ticken tun wir alle so,
vom Virus bis zum CEO.

Natürlich habt ihr damit recht –
ein jeder ist der Dummheit Knecht.

D’rum hör’ ich damit jetzt auch auf,
denn solche Texte gibt’s zuhauf.

Leg’ nieder Bleistift und Papier
und trink’ mein kühles Weizenbier.

(1985/2015)